Renovierung und Umzug: Was sich kombinieren lässt und was besser nacheinander bleibt

Wer in eine neue Wohnung zieht und gleichzeitig renoviert, hat viel vor. Das Problem ist selten die reine Arbeitsmenge. Es ist die Reihenfolge. Wer Handwerker bestellt, bevor der Vormieter ausgezogen ist, wartet. Wer Möbel einzieht, bevor der Boden fertig ist, räumt sie wieder raus. Wer das Richtige zur richtigen Zeit tut, spart Kraft und Doppelarbeit.

Die eiserne Reihenfolge der Gewerke

Die richtige Reihenfolge bei einer Renovierung vor dem Einzug lautet: zuerst alles, was Staub und Schmutz macht, dann alles, was angemalt oder verfliest wird, dann alles, was eingebaut wird. Erst ganz zum Schluss kommen die Möbel.

Konkret heißt das: Böden schleifen, Wände verputzen und Rohrleitungen verlegen, bevor gestrichen wird. Streichen, bevor gefliest wird. Fliesen, bevor Einbaugeräte installiert werden. Und all das, bevor der erste Karton in der Wohnung steht.

Der häufigste Fehler ist, Böden zu schleifen und danach zu streichen, weil beim Streichen Farbe auf den frischen Boden tropft. Genauso klassisch: Wände streichen und danach Steckdosen tauschen, weil der Elektriker beim Auswechseln die Wand beschädigt. Beides lässt sich durch die richtige Reihenfolge vermeiden.

Wie lange Renovierung vor Einzug dauert

Das hängt vom Zustand und der Größe ab. Als grobe Orientierung: Eine 80-Quadratmeter-Wohnung, in der alle Wände gestrichen und Böden neu verlegt werden, braucht bei Eigenarbeit mit Unterstützung zwei bis drei Wochenenden. Mit einem zuverlässigen Handwerker könnte das in einer Woche fertig sein, aber Handwerkertermine sind selten exakt planbar.

Wer Vermieter der alten Wohnung und Eigentümer der neuen gleichzeitig ist, hat oft einen engen Zeitkorridor zwischen Übergabe der neuen Wohnung und Ende der alten Kündigungsfrist. Dieser Korridor sollte bei der Renovierungsplanung ehrlich bewertet werden, nicht optimistisch geschätzt.

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Realistisch gedacht: Puffer einplanen. Drei Wochen Renovierung werden in der Praxis oft vier. Handwerker sagen einen Tag ab, ein Material kommt später, ein Gewerk entdeckt zusätzliche Arbeiten. Wer den Plan auf Kante näht, gerät unter Druck. Wer einen Puffer einbaut, bleibt flexibel.

Was sich gut selbst machen lässt

Streichen ist gut für Eigenarbeit geeignet. Das Ergebnis hängt von der Sorgfalt ab, nicht von der Ausrüstung. Gute Abklebebänder, ordentliche Farben und genügend Zeit für mehrschichtigen Auftrag machen den Unterschied. Wer unter Zeitdruck streicht, produziert ungleichmäßige Flächen, die später umso deutlicher auffallen.

Böden zu verlegen ist je nach Belag unterschiedlich anspruchsvoll. Laminat und Vinyl-Click-Systeme lassen sich von Laien gut verlegen, wenn der Untergrund stimmt. Parkett und Fliesen sind anspruchsvoller, vor allem wenn Schnitte präzise sein müssen oder Unebenheiten im Untergrund ausgeglichen werden müssen.

Elektro- und Sanitärarbeiten gehören zum Fachbetrieb. Nicht nur wegen gesetzlicher Vorschriften, sondern weil Fehler langfristige Schäden verursachen können, die erst Monate später sichtbar werden. Ein undichter Anschluss oder eine nicht korrekt abgesicherte Leitung wird erst dann zum Problem, wenn es teuer wird. Wer sich mit dem Thema Sanierung und Renovierung eingehender beschäftigen möchte, findet dort regionale Hinweise zu Fördermöglichkeiten und typischen Problemstellen.

Was ein Umzugsunternehmen bei renovierten Räumen braucht

Wer ein Umzugsunternehmen beauftragt, in eine gerade renovierte Wohnung einzuziehen, sollte das im Vorgespräch klar kommunizieren. Frisch versiegelte Böden und neu gestrichene Wände sind empfindlich. Schutzfolien auf dem Boden, Kantenpolster an Türzargen und weiche Gleiter unter schweren Möbeln sind Standardmaßnahmen, die vorher vereinbart werden sollten.

Besonders schwere Möbel wie Schränke, Sofas oder Klaviere sollten mit Möbelgleitern oder Transportrollen bewegt werden. Das ist bei guten Unternehmen selbstverständlich, aber es schadet nicht, das ausdrücklich anzusprechen. Im Streitfall über Kratzer sind dokumentierte Abläufe wertvoller als mündliche Zusagen.

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Eine kurze Begehung vor dem Umzugstag ist in vielen Fällen hilfreich. Der Dienstleister sieht die Räumlichkeiten, kennt die Treppenverhältnisse und kann die Ausstattung planen. Dieser Termin dauert meist eine halbe Stunde und klärt viele Details, die am Umzugstag sonst improvisiert werden.

Wenn Renovierung vor dem Einzug nicht möglich ist

Manchmal ist die Vorab-Renovierung zeitlich nicht machbar. Wenn der Korridor zu eng ist oder Handwerker nicht rechtzeitig verfügbar sind, ist ein Einzug mit anschließender Renovierung besser als eine Verschiebung des Umzugs. Das geht, erfordert aber andere Planung.

Die Renovierung wird dann raum- und zeitweise organisiert. Zuerst das Schlafzimmer renovieren, während man im Wohnzimmer schläft. Dann Küche oder Bad, wenn man temporär auswärts kocht oder das andere Bad nutzt. Der Rhythmus ist unbequem, aber machbar, wenn man ihn konsequent einhält.

Wichtig ist, nicht mitten in einer Phase aufzuhören. Ein halbfertiges Badezimmer mit freiliegenden Leitungen und provisorischen Anschlüssen wird schnell zu einem Dauerzustand. Wer jede Phase abschließt, bevor die nächste beginnt, kommt in drei bis vier Monaten durch. Wer alles parallel angeht, wohnt ein halbes Jahr auf einer Baustelle.

Kostenrahmen realistisch einschätzen

Renovierungen überschreiten selten um wenige Prozent. Wenn sie überschreiten, dann deutlich. Budgets von 10.000 Euro werden 15.000, Zeitpläne von acht Wochen werden zwölf. Das ist keine Schwarzmalerei, sondern Erfahrung aus vielen Projekten.

Wer einen Puffer von 20 bis 30 Prozent einplant, liegt meist richtig. Dazu kommt ein zeitlicher Puffer von einigen Wochen. Die häufigsten Ursachen: entdeckte Schäden im Bestand, wartender Handwerker, Lieferengpässe bei Materialien. Alles einzeln klein, in der Summe spürbar.

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Materialauswahl und Lieferzeiten

Ein oft unterschätzter Zeitfaktor ist die Lieferzeit von Materialien. Fliesen, Türen, Einbauküchen, Sanitärobjekte. Manche Produkte sind in Tagen lieferbar, andere brauchen Wochen. Wer nicht gleichzeitig mit der Baustelle auch die Bestellungen geplant hat, steht im schlimmsten Fall mit fertigem Unterbau, aber ohne Oberbelag da.

Die sinnvolle Reihenfolge ist: Zuerst alle Materialien auswählen und bestellen, dann mit den Gewerken beginnen. Das klingt selbstverständlich, ist aber in der Praxis oft anders, weil Entscheidungen in letzter Minute getroffen werden und Materialien dann nicht rechtzeitig eintreffen.

Bei der Auswahl lohnt sich die Beratung durch Fachhändler oder den Handwerker selbst. Viele Materialien sehen online anders aus als in Realität. Ein Muster im Raum bei Tageslicht zu beurteilen, ist eine andere Entscheidungsgrundlage als ein Bildschirmfoto.

Eigenleistung und Versicherungsfragen

Eigenleistung spart Geld, aber sie muss dokumentiert werden. Wer später Förderungen beantragt oder im Schadensfall Versicherungen einbezieht, braucht Nachweise. Fotos vor und nach der Arbeit, Rechnungen für Material, Stundennachweise für Eigenarbeit. Das sammelt man am besten in einem einzigen Ordner, digital oder analog.

Bei Eigenleistung an Elektro- oder Sanitärinstallationen sollte immer ein Fachbetrieb die Abnahme durchführen. Ohne Abnahme sind solche Arbeiten im Schadensfall versicherungstechnisch oft problematisch. Ein Fachbetrieb, der am Ende überprüft und abzeichnet, schafft die nötige Absicherung.